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Dr. phil. Emil Erwin von Beckerath, mennonitisch,
geb. 31. Juli 1889 in Krefeld; gest. 23. November 1964 in Bad Godesberg, war ein Wirtschaftswissenschaftler, Universitätsprofessor und Ökonom
Vater: Emil von Beckerath, men. (26.09.1846 - 24.04.1911)
Mutter: Amalie Sofie von Beckerath geb. Heydweiller, men. (16.10.1854 - 14.11.1948)

Er zählte mit Walter Eucken, Franz Böhm und Hans Großmann-Doerth zu den Vertretern des Ordo-Liberalismus. Zudem war er Mitglied der Klasse IV der Akademie für Deutsches Recht, die von Jens Jessen geleitet wurde und führte innerhalb dieser Klasse die Arbeitsgemeinschaft "Volkswirtschaftslehre", die das Dritte Reich im März 1943 als »nicht kriegswichtig« einstellte. Diese Arbeitsgemeinschaft fand ihre inoffizielle Fortsetzung unter der Bezeichnung »Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath«, die in der Historiographie auch als »Dritter Freiburger Kreis« bezeichnet wird. Seine Mitglieder standen mehr oder weniger deutlich der Bekennenden Kirche Dietrich Bonhoeffers nahe. Seit 1948 bis zu seinem Tod 1964 war Erwin von Beckerath Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium, der in gewisser Hinsicht auch die Tradition der »Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath« fortsetzte. Er lehrte in Köln, Bonn und Basel Staats- und Wirtschaftswissenschaften. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Die preußische Klassensteuer und die Geschichte ihrer Reform bis 1851“; Diss., Leipzig 1912, „Die Seehafenpolitik der Deutschen Eisenbahnen und die Rohstoffversorgung“; Habil., Berlin 1918, „Wesen und Werden des faschistischen Staates“; Berlin 1927, „Heinrich Dietzel als Natinalökonom und Soziologe“, Bonn 1944, „Wirtschaftsfragen der freien Welt“; Frankfurt a.M. 1957, „Lynkeus. Gestalten und Probleme aus Wirtschaft und Politik“; Tübingen 1962, „Einführung in die Volkswirtschaftslehre“; zus. mit Josef Heinz Müller; 6. Aufl. 1970